Die Unterscheidung zwischen Branded- und Non-Branded-Suchanfragen gehört seit Jahren zu den wichtigsten Standardanalysen im Online-Marketing – und ihre Relevanz geht deutlich über reine SEO-Interessen hinaus.
Bisher war diese Auswertung in der Google Search Console allerdings häufig nur mit Regex-Filtern oder manuellen Keywordlisten möglich. Mit dem neuen Branded / Non-Branded Filter macht Google diese Analyse nun deutlich einfacher: Die Segmentierung funktioniert jetzt direkt mit einem Klick in der Performance-Auswertung.
Google erkennt dabei automatisch:
- Markennamen
- Schreibfehler der Marke
- Produktnamen
- Markenvarianten
Damit lassen sich Suchanfragen erstmals schnell und sauber nach Marken-Traffic und generischen Suchanfragen trennen.

Achtung:
Wir können aktuell erst mit Daten ab dem 21.02.2026 arbeiten. Auswertungen mit Vergleichen zum Vorjahreszeitraum oder zu Quartalen sind daher derzeit noch nicht möglich. Zudem ist die Datenqualität noch nicht vollständig zuverlässig: Trotz aktiviertem Brand-Filter werden vereinzelt Suchbegriffe angezeigt, die keine echten Brand Searches sind.
Aus unserer Sicht ist dieser Filter jedoch nicht nur für klassisches SEO-Reporting relevant. Er liefert auch wertvolle Hinweise zur Markenwahrnehmung, Marketingwirkung und Nachfrageentwicklung.
Ein wichtiger Punkt dabei: In der Search Console sehen wir nicht nur Klicks, sondern auch Impressionen. Dadurch werden auch Suchanfragen sichtbar, bei denen Nutzer möglicherweise keinen Klick mehr ausführen, weil ihre Frage bereits durch KI-Antworten, Featured Snippets oder andere Google-Erweiterungen beantwortet wurde.
Gerade diese Daten sind für die Bewertung von Markeninteresse und Marketingeffekten extrem wertvoll. Sie zeigen, wann Nutzer nach einer Marke suchen – selbst wenn kein direkter Websitebesuch stattfindet.

Branded-Filter Google Search Console
1. Branded-Filter für SEO
Für SEO ist vor allem der Non-Branded Traffic entscheidend. Diese Suchanfragen zeigen, ob Inhalte neue Nutzer über generische Themen erreichen.
Während Branded Queries meist von Nutzern stammen, die eine Marke bereits kennen, zeigen Non-Branded Queries das tatsächliche SEO-Wachstum. Mit dem neuen Filter lässt sich daher deutlich einfacher erkennen, ob Rankings neue Zielgruppen erschließen oder ob der Traffic überwiegend über Markensuchen entsteht.
Gerade für SEO-Reports wird damit transparenter:
- wie viel Traffic aus echter Discovery entsteht
- welche Inhalte neue Nutzer erreichen
- wie stark SEO zur Reichweitensteigerung beiträgt
2. Branded-Filter für Offline- und Social-Aktivitäten messen
Branded Suchanfragen sind häufig auch ein Indikator für Marketingmaßnahmen außerhalb der Suche.
Steigt der Branded Traffic plötzlich an, kann das ein Hinweis auf erfolgreiche Kampagnen sein, zum Beispiel durch:
- Social-Media-Kampagnen
- PR-Berichte oder Presseartikel
- Podcast- oder Event-Auftritte
- TV- oder Offline-Werbung
Wenn Nutzer nach einer Kampagne gezielt nach einer Marke suchen, wird dies direkt in den Branded Queries der Search Console sichtbar.
Besonders interessant ist dabei die Kombination aus Impressionen und Klicks. Selbst wenn Nutzer keinen Klick ausführen, weil Google die Frage bereits beantwortet hat, bleibt das Suchinteresse über die Impressionen messbar.
So lassen sich Marketingeffekte deutlich besser bewerten.
3. Branded-Filter für die Markenausrichtung besser überblicken
Die Analyse von Branded Suchanfragen hilft auch dabei, die Markenpositionierung im Markt besser zu verstehen.
Besonders interessant ist dabei, mit welchen Erweiterungen Nutzer nach einer Marke suchen. Diese Kombinationen zeigen oft sehr deutlich, wie eine Marke wahrgenommen wird und in welcher Phase der Kaufentscheidung sich Nutzer befinden.
Wenn Nutzer eine Marke häufig in Kombination mit Produktbegriffen suchen, kann das ein Hinweis darauf sein, für welche Produkte oder Leistungen die Marke bereits als Spezialist wahrgenommen wird.
Typische Beispiele sind Suchanfragen, bei denen die Marke direkt mit einer Produktkategorie kombiniert wird.
Suchen Nutzer dagegen häufiger nach Kombinationen wie:
- Marke + Erfahrungen
- Marke + Test
- Marke + Bewertung
- Marke + Review
zeigt das oft, dass sich Nutzer vor einer Kaufentscheidung noch externe Meinungen einholen. In solchen Fällen ist die Marke zwar bekannt, aber möglicherweise noch nicht stark genug im Markt verankert, um sofort Vertrauen zu erzeugen.
Die Analyse dieser Brand-Query-Erweiterungen liefert deshalb wertvolle Hinweise für:
- Markenpositionierung
- Produktfokus der Marke
- Content-Strategie
- Trust- und Reputation-Aufbau
Unternehmen können dadurch besser erkennen, für welche Themen ihre Marke bereits als Experte wahrgenommen wird und wo noch Vertrauen aufgebaut werden muss.
So findet Ihr den neuen Google Search Console Branded-Filter mit 4 Klicks
Der neue Filter ist in der Google Search Console im Bereich Performance zu finden:
Performance → + Neuer Filter → Queries → Branded / Non-Branded


Der Rollout erfolgt schrittweise. Falls der Filter noch nicht im eigenen Account sichtbar ist, wird er in der Regel in den kommenden Wochen automatisch freigeschaltet.





