Was bedeutet Machine-First Architecture?

Machine-First Architecture lässt sich analog zum Prinzip „Mobile First“ verstehen. Während Websites in den vergangenen Jahren zuerst für mobile Endgeräte optimiert wurden, rücken künftig verstärkt die technischen Anforderungen von KI-Systemen und KI-Agenten in den Mittelpunkt.

Websites und Onlineshops werden dabei nicht mehr nur als Frontend für menschliche Nutzer entwickelt. Sie fungieren gleichzeitig als strukturierte Datenquelle und gewissermaßen als Schnittstelle für KI-Assistenten.

Eine Website sollte daher so aufgebaut sein, dass KI-Systeme:

  • das Unternehmen und die Marke eindeutig erkennen
  • Informationen zuverlässig auslesen und bewerten
  • Produkte und Leistungen korrekt zuordnen
  • Prozesse eigenständig ausführen können

KI-Assistenten werden selbstständig handeln

In Zukunft werden KI-Assistenten nicht nur Informationen auslesen und zusammenfassen. Sie werden zunehmend auch konkrete Handlungen im Auftrag ihrer Nutzer ausführen.

Ein persönlicher KI-Assistent könnte beispielsweise:

  • Produkte vergleichen und kaufen
  • Termine buchen
  • Formulare ausfüllen
  • Preise vergleichen
  • Verfügbarkeiten prüfen
  • Bestellungen abschließen

Dafür muss eine Website maschinenlesbar erklären:

  • welche Aktionen möglich sind
  • welche Eingaben erforderlich sind
  • welches Ergebnis eine Aktion erzeugt
  • welcher Schritt anschließend möglich ist

Strukturierte Rückmeldungen für KI-Agenten

Auch die Rückmeldungen einer Website müssen entsprechend strukturiert erfolgen.

Nachdem ein Produkt zum Warenkorb hinzugefügt wurde, sollte ein KI-Agent eindeutig erkennen können:

  • welches Produkt hinzugefügt wurde
  • wie viele Produkte sich im Warenkorb befinden
  • wie hoch der aktuelle Gesamtpreis ist
  • welche nächsten Schritte möglich sind

Visuelle Rückmeldungen wie Animationen, farbige Hinweise oder Bestätigungssymbole reichen für KI-Agenten nicht aus. Der aktuelle Status muss zusätzlich maschinenlesbar bereitgestellt werden.

Fehler müssen maschinenlesbar erklärt werden

Auch Fehlermeldungen sollten nicht nur für Menschen verständlich sein, sondern strukturiert an den KI-Assistenten übergeben werden.

Ein KI-Agent sollte erkennen können:

  • warum eine Aktion fehlgeschlagen ist
  • welche Alternativen verfügbar sind
  • wie der Prozess fortgesetzt werden kann

Ist beispielsweise eine bestimmte Produktgröße nicht verfügbar, sollte das System nicht nur eine allgemeine Fehlermeldung ausgeben. Es sollte zusätzlich mitteilen, welche Größen noch verfügbar sind oder welche ähnlichen Produkte infrage kommen.

Vertrauen wird auch für Maschinen wichtig

Zusätzlich gewinnen maschinenlesbare Vertrauenssignale an Bedeutung. KI-Agenten müssen beurteilen können, ob ein Händler, ein Angebot oder eine Transaktion zuverlässig ist.

Dazu gehören unter anderem:

  • Händleridentität
  • Preise und Preisbestandteile
  • Garantien
  • Rückgabebedingungen
  • Zahlungsbedingungen
  • Versandinformationen
  • Berechtigungen und Regeln für KI-Agenten

Fazit

Machine-First Architecture bedeutet, Websites nicht mehr ausschließlich für menschliche Besucher und klassische Suchmaschinen zu planen.

Websites müssen künftig so aufgebaut sein, dass KI-Systeme Informationen zuverlässig verstehen, bewerten und nutzen können. Im nächsten Schritt sollen KI-Agenten auch Prozesse wie Buchungen, Bestellungen oder Anfragen möglichst selbstständig und nachvollziehbar abschließen können.

Ein Onlineshop wird damit nicht nur zur Benutzeroberfläche für Menschen, sondern zunehmend auch zur strukturierten Schnittstelle für KI-Assistenten.

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